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Fünf Gruselgeschichten, Sagen und Legenden

Schottland ist voller Geschichten von geisterhaften Heimsuchungen, Ungeheuern und übernatürlichen Phänomenen. Ganz in Halloween-Stimmung möchten wir Ihnen fünf unserer haarsträubendsten und mysteriösesten Geschichten erzählen, die die Schotten schon seit Jahrhunderten gruseln und faszinieren…

Das Ungeheuer von Loch Ness

DAS UNGEHEUER VON LOCH NESS

Was befindet sich unter der Oberfläche von Loch Ness? Die Legende erzählt von einem merkwürdigen, dinosaurierähnlichen Wesen, das durch die Tiefen des Sees schwimmt. Es gibt kein überzeugendes Bildmaterial von diesem Monster, aber die Legende von Nessie hält sich hartnäckig.

Wir alle kennen die körnigen Fotografien, die behaupten, ein nicht identifiziertes Wesen zu zeigen, das mit den Kopf aus dem Loch Ness ragt, aber viele von ihnen wurden als Fälschungen enttarnt. Aber welche Erklärung kann es sonst noch für die zahllosen, verunsichernden Augenzeugenberichte über das  Monster  geben, die über die Jahrhunderte immer wieder dokumentiert wurden? Die früheste Sichtung geht auf das sechste Jahrhundert zurück, als der irische Mönch Columban von Iona den Weg einer erschreckenden Kreatur am Ufer des Sees kreuzte, als er zu einem Treffen mit dem König der Pikten unterwegs war. Columban bekreuzigte sich und befahl der Kreatur, dorthin zurückzukehren, von wo sie gekommen war. Wie durch ein Wunder gehorchte das Monster und verschwand wieder in den Wellen.

Lebt wirklich bis zum heutigen Tag ein Monster im Loch Ness? Mit 37 km Länge und 230 m Tiefe gibt es auf jeden Fall genug Wasser, um sich zu verstecken. Wenn Sie vom Ufer oder von einem Boot aus auf diesen riesigen Wasserstreifen blicken, dann halten Sie die Augen nach merkwürdig geformten Wellen offen, die ein Hinweis auf ein scheues aber riesiges Tier sein könnten. Wenn Sie wirklich Glück haben, sehen Sie vielleicht einen kleinen, tiefschwarzen Höcker oder einen schlanken Hals, der aus den Wellen ragt.

Mary King's Close

DIE MYSTERIÖSE UNTERWELT EDINBURGHS

Unter der Altstadt von Edinburgh befindet sich ein unterirdisches Labyrinth aus Straßen und Kammern. Viele Geschichten erzählen von den zahlreichen merkwürdigen Phänomenen und geisterhaften Erscheinungen dort, darunter ein bestimmtes Phantom, das auf der ganzen Welt berühmt-berüchtigt ist.

Wenn man in die düsteren Tiefen des  Mary King‘s Close hinabsteigt, betritt man das verschwunden geglaubte Edinburgh aus dem 17. Jahrhundert. Dies war einst ein belebtes Viertel unter freiem Himmel, wo wohlhabende Händler ihre Waren direkt neben den Armen und Bedürftigen anboten. Verbrechen und sogar Mord waren weitverbreitet. Im Laufe der Jahrhunderte verschwand diese Straße nach und nach unter den Gebäuden, die heute auf der Royal Mile stehen. Das hat ihren Untergang jedoch nicht besiegelt.

Im Jahr 1645 verbreitete sich eine tödliche Krankheit wie ein Lauffeuer durch die Stadt – die Beulenpest. Der Legende nach wurden die Infizierten in einem Versuch, der Seuche Einhalt zu gebieten, in zugemauerten Verliesen unter Quarantäne gestellt und dort dem Tode überlassen. Eine dieser unglücklichen Seelen wurde „Wee Annie“ genannt und ist der Geist eines kranken kleinen Mädchens, das von seiner Familie getrennt wurde und weinend nach seiner Lieblingspuppe ruft. Ihr Zimmer ist heute voller Puppen und Teddybären, die freundliche Besucher im Laufe der Jahre für sie hinterlassen haben. Wenn Sie ganz stillstehen, spüren Sie vielleicht plötzlich einen kühlen Luftzug, ein entschlossenes Ziehen am Saum Ihres Mantels oder sogar eine kleine unsichtbare Hand, die im Dunkeln nach Ihrer greift.

Das Monster von Glamis Castle

DAS MONSTER VON GLAMIS CASTLE

In Glamis Castle sind im Laufe der Jahrhunderte ziemlich viele Dämonen und paranormale Phänomene aufgetreten, aber die berühmteste und seltsamste Geschichte ist wirklich verstörend.

In der Nacht vom 21. Oktober 1821 freuten sich Lord Glamis und seine Frau über die Geburt ihres Sohnes und Erben Thomas. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer, denn das Neugeborene starb kurz darauf. Doch bald machten merkwürdige Gerüchte die Runde. Man erzählte sich, dass das Kind nicht nur überlebt hat, sondern furchtbar entstellt war und deshalb in einem geheimen Zimmer tief in den Festungsmauern der Burg eingesperrt wurde, um es vor neugierigen Blicken zu schützen und der Familie die Schande zu ersparen.

Es heißt, dass jeder nachfolgende Erbe dieser Grafschaft zu seiner Volljährigkeit in diesen versteckten Raum gebracht wurden, wo sie die furchtbare Wahrheit sahen: ein Wesen von fast übermenschlicher Stärke, ohne Hals und mit einem tonnenförmigen Oberkörper und winzigen, haarige Gliedmaßen. Kein Familienmitglied, lebendig oder tot, hat die Existenz von Thomas je bestätigt – zumindest nicht in der Öffentlichkeit. In einem Brief aus dem Jahr 1870 erinnert sich die Schwägerin des zwölften Earl an ein verstörende Geständnis, das dieser seiner Frau gegenüber gemacht hatte, und das beide unbeschwert das „Familiengeheimnis“ nannten:

„Meine Liebe, Ich war in dem Raum, ich habe das Geheimnis gehört, und ich bitte dich, das Thema nie wieder mir gegenüber zu erwähnen.“

Wenn Sie mehr Schrecken und gruseligen Spaß möchten, dann tauchen Sie bei einer Führung tiefer in die unheimliche Vergangenheit eines der am meisten von Geistern heimgesuchten Häuser in Schottland – vielleicht sogar in Großbritannien – ein. Maximale Chancen auf paranormale Aktivitäten haben Sie, wenn Sie Karten für das jährliche Halloween at Glamis buchen.

Ein Kelpie

DIE KELPIES

Seien Sie unten am Wasser vorsichtig. Eine gefährliche Kreatur treibt ihr Unwesen in den einsamen Seen und Flüssen Schottlands. Dieses hinterhältige Biest lauert seinen nichtsahnenden Opfern in Ufernähe auf, um sie gnadenlos zu ertränken.

Diese übernatürliche Tierart wurde sogar durch ein Kunstwerk unsterblich gemacht. Bei  The Helix befinden sich zwei riesige, 30 m hohe Skulpturen, die den keltischen Mythos dieses Wasserpferdes würdigen.

Aber nehmen Sie sich vor der echten Version in acht. Man sagt, dass ein Kelpie einen gespenstischen Klagelaut ausstößt, der an einen ertrinkenden Menschen erinnert, um seine Opfer anzulocken. Andere behaupten, dass es im Uferbereich erscheint, freundlich und einsam, und so nahestehende Menschen anzieht, die auf ihm reiten möchten, und dann wirft es sie gewaltsam in ihr nasses Grab. Das Geheimnis, wie man einen Kelpie zähmen kann, liegt in seinem Zaumzeug – wenn es einem gelingt, es zu entfernen, gehorcht das Pferd einem.

Einen Beweis für ihre Existenz findet man auf dem Grundstück der Ruine von Vayne Castle in Angus. Dort befinden sich hufförmige Abdrücke auf dem Sandstein in der Nähe des Flussufers, die von diesen sagenumwobenen Raubtier hinterlassen wurden. Wenn man am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung ganz leise ist und genau hinhört, kann man vielleicht den klagenden Gesang über dem sanft fließenden Wasser hören.

Steinformationen

DAS GEHEIMNIS DER STEINFORMATIONEN

Man geht davon aus, dass die ersten Siedler diese großen Steinformationen erbauten, als sie vor mehr als 10.000 Jahren in Schottland ankamen. Aber was bedeuten sie, und was ist ihr Zweck? Die Wahrheit hinter diesen Steinansammlungen, die es überall in Schottland gibt, ist ein Mysterium. Aber die Folklore bietet viele Erklärungen.

Die berühmten Calanais Standing Stones stehen an der Westküste der Isle of Lewis. Ihr gälischer Name ist Fir Bhreig, die „falschen Männer“. Der örtlichen Legende nach sollen sie versteinerte Seelen aus längst vergangenen Zeiten sein, oder vielleicht Riesen, die von einem Heiligen in Steine verwandelt wurden, weil sie nicht zum Christentum konvertieren wollten. Manche behaupten sogar, dass bei Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende eine sich verändernde, geisterhafte Figur zu sehen ist, die diese Steine heimsucht.

Auf der Isle of Arran erzählt man sich, dass Feen auf dem Berg saßen und Kieselsteine vom Gipfel auf das Moorgebiet darunter warfen. Als sie auf den Boden auftrafen, wurden diese Kiesel zu riesigen Steinen und bildeten die sechs Steinkreise von Machrie Moor.

Sie sind dafür bekannt, unerklärlich starke Emotionen auszulösen. Moderne Gläubige und Heiden verehren sie als heilige Gebetsstätten und am Ring von Brodgar auf Orkney kann man immer wieder Menschen sehen, die dort geduldig sitzen und auf die Ankunft von Außerirdischen und Ufos warten.

Man muss aber nicht an das Übernatürliche glauben, um von diesen verblüffenden Steinen verzaubert zu werden. Wenn man sich an einer dieser Steinformationen aufhält, spürt man einfach die mystische Energie in der Luft.

Haben diese Geschichten Ihre Begeisterung geweckt? Finden Sie mehr über die vielen merkwürdigen und gruseligen Orte heraus, die über das ganze Land verteilt sind, und an denen man in die dunkle Seite der schottischen Geschichte eintauchen und dabei einige ihrer langlebigen Mysterien erkunden kann. Und vergessen Sie nicht, sich auch über typisch schottische Geschichten, Bräuche und Traditionen zu informieren.

 

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