Hinweis zum Coronavirus (COVID-19). Hinweise zum Coronavirus (Covid-19). Sie können auf unserer Webseite jetzt nach Unternehmen suchen, die geöffnet haben und am „Good to Go“-Programm teilnehmen. Weitere Hinweise dazu, wie Sie Schottland während Covid-19 erkunden können, finden Sie auf unserer Seite zum Thema.

Der Blog

Schottische Geschichten für Kinder: Die drei pfiffigen Hochlandrinder

Es waren einmal drei Hochlandrinder: das kleine Hochlandrind, das mittlere Hochlandrind und das große Hochlandrind, die zusammen in einem wunderschönen Tal am Ufer eines tiefen, dunklen Sees lebten.

Das Tal war voll von sattgrünem Gras und die Rinder konnten sich nichts Schöneres vorstellen, als es zu fressen. Tag ein, Tag aus, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, fraßen und mampften sie es wie große, zottelige Staubsauger.

Sie waren gierige Rinder und schon bald hatten sie auch den allerletzten Grashalm verputzt. Das einst sattgrüne Tal war nun kahl und öde.

Aber sie hatten immer noch Hunger.

Auf der anderen Seite des Sees konnten sie ein Feld sehen, auf dem langes grünes Gras wuchs, das sich sanft im Wind bewegte. Den Rindern lief das Wasser im Maul zusammen, als sie an das köstliche Futter dachten.

Aber es gab nur einen Weg, um auf die andere Seite des Sees zu kommen – eine bröcklige, alte steinerne Brücke am Ende des Sees.

Und in den dunklen Tiefen des Sees lebte ein ungeheuer furchtbarer Kelpie*. Auch der Kelpie hatte immer Hunger und nichts schmeckte ihm besser als ein leckeres, saftiges Hochlandrind.

Das kleine Hochlandrind kam als erstes bei der Brücke an. Es pustete sich den zotteligen Pony aus der Stirn und setzte, ganz vorsichtig, erst einen Huf und dann einen zweiten auf die kalten Steine der Brücke.

Aber wie langsam es auch ging und wie vorsichtig es auch auftrat, seine Huftritte hallten trotzdem durch das leere Tal.

Plötzlich ertönte eine dröhnende Stimme von unter der Brücke.

„Was für ein mutiges, kleines Rind macht denn so einen Lärm?“

Der Kelpie stieg aus dem Wasser, mit schwarzem Fell, glitschig vom Seegras, und mit gefletschten Zähnen wie Dolchen. Er türmte sich vor dem kleinen Hochlandrind auf.

Mit zitternden Hufen quietschte das kleine Hochlandrind: „Es tut mir leid, ich wollte nicht so einen Lärm machen. Ich war nur auf dem Weg ans andere Seeufer, um ein wenig Gras zum Fressen zu finden.“

Der Kelpie lachte. „Sei still, kleines Rind. Ich habe auch Hunger – und ich werde dich zum Abendbrot verspeisen!“

„Oh nein!“, rief das kleine Hochlandrind. „Ich bin doch nur klein. Warum wartest du nicht auf meinen Bruder? Er ist viel größer als ich und schmeckt viel besser.“

Nach einem Moment sank der gierige Kelpie zurück ins Wasser, um auf ein größeres Abendessen zu warten, und das kleine Hochlandrind galoppierte über die Brücke zu dem frischen grünen Gras.

Die anderen Rinder sahen, wie das kleine Hochlandrind munter mampfend das Gras verschlang und hörten ihre Mägen knurren. Sie wollten auch etwas von dem Gras abhaben.

Das mittlere Hochlandrind machte sich auf den Weg zur Brücke und begann, sie zu überqueren. Seine mittelgroßen Hufen klapperten über die Steine und hallten im Tal wider wie Donner.

„Was für ein mutiges Rind macht denn so einen Lärm?“, brüllte der Kelpie, als er aus dem Wasser stieg.

Das mittlere Hochlandrind hielt genau vor dem  offenen Maul des riesigen Kelpies an.

„Ich folge nur meiner kleinen Schwester“, sagte das mittlere Hochlandrind leise, „damit ich auch das Gras auf der anderen Seite des Sees fressen kann.“

Der Kelpie schnaubte. „Sei still, Rind. Ich habe auch Hunger – und ich werde dich zum Abendbrot verspeisen!“

„Oh nein, du willst mich nicht fressen“, sagte das mittlere Hochlandrind. „Ich bin nicht groß genug für dich. Warte, bis mein großer Bruder kommt – der wäre ein gutes Abendessen für ein so großes Tier wie dich.“

Der Kelpie dachte einen Moment lang nach, leckte sich die Lippen und sank zurück ins Wasser.

Das mittlere Hochlandrind atmete erleichtert auf und flitzte über die Brücke, wo es begann, zusammen mit dem kleinen Hochlandrind das grüne Gras zu mampfen.

Das große Hochlandrind konnte es kaum erwarten, über die Brücke zu gehen und wieder bei seinem Bruder und seiner Schwester zu sein. Mit hochgestreckten Hörnern trappelte es auf die steinerne Brücke.

Die riesigen Hufen des großen Hochlandrinds hämmerten auf die Brücke und der Lärm schallte durch das ruhige Tal.

Der Kelpie stieg blitzschnell aus dem See und besprühte das große Hochlandrind dabei mit Wasser.

„Was für ein mutiges, großes Rind macht denn so einen Lärm?“, brüllte er.

Das große Hochlandrind wich nicht zurück und sagte laut und deutlich: „Ich bin das große Hochlandrind, und wer bist du?“

Das Grinsen des Kelpies war fürchterlich. „Ich bin der Kelpie dieses Sees und ein hungriger Kelpie obendrein. Ich habe auf dich gewartet und jetzt verspeise ich dich zum Abendbrot!“

Der Kelpie sprang auf die Brücke und galoppierte auf das große Hochlandrind zu. Das Rind senkte den Kopf und stürmte dem Kelpie entgegen.

Sie trafen sich in der Mitte der Brücke und das große Hochlandrind fing den Kelpie mit seinen Hörnern. Der Kelpie brüllte und schlug um sich, als das große Hochlandrind ihn von der Brücke in das tiefe, dunkle Wasser darunter warf.

Der Kelpie verschwand in einem großen Platscher, sein Körper und sein Stolz verletzt, und wurde nie wieder gesehen.

Das große Hochlandrind schüttelte das Seegras aus seinen Hörnern und lief mit hocherhobenem Kopf über die Brücke zu seinem Bruder und seiner Schwester.

Das Tal war voll von sattgrünem Gras und Tag ein, Tag aus, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, fraßen und mampften sie es wie große, zottelige Staubsauger. Aber die Rinder hatten ihre Lektion gelernt und nach dem ersten Tag fraßen sie nur noch so viel, wie sie brauchten.

Die drei pfiffigen Hochlandrinder lebten vergnügt bis an ihr Ende und genossen das süße Gras des wunderschönen Tals, doch sie hatten stets ein wachsames Auge auf das tiefe, dunkle Wasser des Sees…

Erkunden Sie mehr unterhaltsame Aktivitäten für zu Hause: Erleben Sie die schottische Kultur, Bücher über Schottland, die Sie lesen sollten, und Unterhaltung für die Ohren.

 

*Wussten Sie, dass Kelpies schottische Wassergeister sind? Sie sehen aus wie Pferde, aber mache von ihnen haben einen Fischschwanz. Wenn Sie mehr über schottische Mythen und Legenden erfahren wollen, werfen Sie doch einen Blick auf unser eBook zu schottischer Folklore.

Kommentare

Cookies-Richtlinie

VisitScotland verwendet Cookies, um Ihnen beim Besuch unserer Webseiten das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies durch uns zu. Bitte lesen Sie sich unsere Erklärung zu Datenschutz und Cookies durch, um weitere Informationen zu erhalten.